Sonntag, 30. April 2017

Bei IKEA

Das Wetter ist miserabel. Ununterbrochener Dauerregen. Man ist zuhause eingesperrt. Man muss froh sein, wenn man keinen Schnee zu Gesicht bekommt. Mein Mann und ich sitzen in der Küche und starren gedankenverloren aus dem Fenster. "Wir könnten doch wieder einmal zu IKEA", sage ich in die Stille hinein. Er brummt nur. Das schwedische Möbelhaus ist ein Folterinstrument des Teufels. Speziell für Männer erdacht. Dessen ist er sich sicher. "Wenn wir jetzt fahren, sind wir rechtzeitig zurück, um Zwergnase vom Kindergarten abzuholen." Er blickt auf die Uhr und nickt. Was soll man auch sonst machen, wenn das Kind im Kindergarten ist. Er zieht sich an und will das Auto schon mal aus der Garage holen.

Sonntag, 23. April 2017

Segen und Fluch der modernen Medizin

Nach dem üblichen Geplauder über mein Befinden bittet mich die Ärztin zum Ultraschall. Das Gel lässt mich frösteln, doch nur kurz, dann wandert mein Blick auf den Bildschirm. Viel erkenne ich nicht. Je nachdem, wie die Ärztin den Ultraschallkopf hält, mal ein Ärmchen oder ein Beinchen. Aber die meiste Zeit versucht sie den Kopf einzufangen. Es steht der große Organultraschall zur Mitte der Schwangerschaft an. Arbeiten die Organe richtig? Sind sie richtig ausgebildet? Haben sie die richtige Größe?

Sonntag, 9. April 2017

Spieglein, Spieglein

"Früher! Ja, früher! Da hatten die Kinder noch Respekt vor den Erwachsenen!"
"Bitte und Danke hört man sowieso nicht mehr!"
"Aber dafür sagen diese Rotznasen Sachen, für die hätten wir eine Watschn kassiert!"
"Und geschadet hat es uns auch nicht!"
"Jawohl!"

Bei solchen Dialogen muss ich immer schmunzeln und mich dann zusammennehmen, um meinen Senf für mich zu behalten. Denn Mama hat mir beigebracht, dass man nicht immer alles sagen muss, was man sich denkt. Und das Leben hat mir beigebracht, dass es manchmal nur Nerven kostet und keine Wirkung zeigt, wenn man was sagt. Aber so ganz kann ich mir meinen Kommentar ja nun doch nicht verkneifen.

Sonntag, 2. April 2017

Think big!

Die Wahrnehmung des eigenen Kindes ist naturgemäß etwas verzerrt. Es ist das klügste, das schönste und das geschickteste Kind und überhaupt der größte Goldschatz auf Erden. Ganz klar, dass man sich eine erfolgreiche Zukunft für den Nachwuchs vorstellt. Nun läuft zwar das Leben nicht immer so, wie man es gerne hätte und spätestens in der Pubertät wird sich herausstellen, inwiefern die Wünsche des Kindes sich von denen der Eltern unterscheiden, doch darüber mache ich mir in 10-15 Jahren Gedanken.