Donnerstag, 25. Mai 2017

Mit Kind im Supermarkt - kurz vor Ladenschluss

Ich habe es nie verstanden, wie man mit so einem armen Zwerg kurz vor Ladenschluss zum Einkaufen gehen kann. Kurz vor 20.00 Uhr gehört ein Kind ins Bett und nicht in den Einkaufswagen. Da hängen die Kids in den Seilen, ihnen ist langweilig und sie sind quengelig. Der Wutanfall ist vorprogrammiert. Aber die Kinder können ja nichts dafür, wenn sie ihre verantwortungslosen Mütter ins Geschäft schleifen statt ihnen Märchen vorzulesen. Da braucht man ja nun wirklich keine pädagogische Ausbildung, um den Zusammenhang herzustellen. Dass man so spät erst einkaufen fährt, obwohl die Hausfrau ohnehin den ganzen Tag daheim ist, ist mir auch ein Rätsel. Mann muss es doch fertigbringen, den Einkauf nicht auf den letzten Drücker zu erledigen. Das Kind spürt doch den Zeitdruck auch. Der Stress! Aber dann wundern, wenn es Probleme gibt. Das sind mir ja die liebsten. Wenn ich eigene Kinder habe, läuft das ganz anders. 

Dienstag, 23. Mai 2017

Eine Oma ist Luxus, zwei sind das Paradies

Zwergnase liebt seine Omas. Alle beide, heiß und innig. Dass wir eine von ihnen besuchen, darf ich ihm erst nach dem Mittagsschlaf sagen, sonst fällt dieser aus. Selbstredend, dass seine Zuneigung bedingungslos von beiden erwidert wird. Seine Omas tun alles für Zwergnase. Ohne ihn braucht man gar nicht aufschlagen. Das gibt lange Gesichter und ein enttäuschtes "Wo is denn da Bua?!"

Sonntag, 21. Mai 2017

Von selbst gebastelten Muttertagsgeschenken und Frühstück im Bett

Ich werde vom Geklapper des Geschirrs geweckt. Ich muss darüber lächeln, wie meine beiden Männer über die Anordnung des Frühstücks auf dem Tablett streiten. Wie Zwergnase ganz stur die Semmel immer wieder auf den Teller und Papa sie zurück in den Korb legt. Die Kühlschranktür öffnet und schließt sich mehrmals. Die Marmeladengläser klirren gegeneinander. "Und jetzt", verkündet Zwergnase, "jetzt wecken wir Mama auf!" Papa trägt dem Scheppern nach das Tablett recht unsicher ins Schlafzimmer. Er flucht immer wieder leise, weil Zwergnase ihm vor den Beinen herumtanzt. Tapp, tapp, tapp. Natürlich stelle ich mich schlafend, als Zwergnase neben mir flüstert: "Mama! Aufstehen! Heute ist doch Muttertag!"

Donnerstag, 18. Mai 2017

Mit Gummistiefeln im Freibad

Mit Kleinkind gibt es viele Momente, in denen man einfach machtlos ist. In denen man erklären kann, soviel man will, es hilft alles nichts. Die Antwort lautet mit Sicherheit "Ich will aber!" Wie lange hat man gewartet, dass das Kind seine Bedürfnisse äußern kann, damit das heitere Rätselraten ein Ende hat. Jetzt wünsche ich mir manchmal die Zeit zurück, in der ich Zwergnase anziehen konnte, was ich wollte. Natürlich wollen wir alle selbstbestimmte Menschen heranziehen, die sich später einmal durchsetzen können und ihren Standpunkt darlegen. Natürlich trägt das zur Bildung eines Selbstbewusstseins bei. Aber Herrgott. Muss das echt schon mit 3 so geübt werden?! 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Frühjahrsputz

Es ist mal wieder so weit. Die Sonne setzt sich zusammen mit dem Sommer hoffentlich allmählich durch. Es zieht uns raus an die frische Luft und wir genießen die Sonnenstrahlen auf der Haut. Wobei Zwergnase wohl eher die Pollen in der Nase kitzeln, der arme Kerl. Auf alle Fälle erschien mir meine Seite auf einmal furchtbar duster. Da muss ein neues Bild her! Etwas heller!

Sonntag, 14. Mai 2017

Die Wischmaschine

Ein Vorteil an Kindern ist ja auch, dass man zu Uhrzeiten topfit ist, wenn sich andere nochmal auf die Seite drehen. Dementsprechend früh kann man dann auch ungestört zum Einkaufen gehen. Meint man. Denn wenn der Laden leer ist, hat man mit anderen Hürden als den Einkaufswägen der anderen Kunden zu kämpfen. Nicht immer ist der Sieg garantiert. Völlig ahnungslos schiebe ich also den Chip in meinen Wagen und rolle in den Laden. Genauer gesagt: in den Netto.

Sonntag, 7. Mai 2017

Was hast du gesagt?

Der Kindergarten ist eine feine Sache. Nicht nur, dass es dort einfach Unmengen an Spielsachengibt, nein, es gibt sogar einen Turnraum, in dem sich die Kinder auch bei schlechtem Wetter austoben können. Na gut, ein bisschen hofft man schon, dass dem Spross etwas Zucht und Ordnung beigebracht wird. Vor allem das Einzelkind erfährt, dass es nicht allein auf der Welt und es nicht der König vor dem Herrn ist. Beim Elternabend wird einem dann auch noch erzählt, dass es natürlich einen Unterschied macht, ob da Mama oder Papa etwas vom Kind einfordern oder "außenstehende" Personen. Die hätten ja doch irgendwie noch eine andere Autorität, vor allem im Zusammenhang mit der Gruppe an sich. Ja, ein bisschen mehr Bundeswehr statt Waldorf tut Zwergnase bestimmt gut. Der kleine Racker hat uns alle in der Hand.

Sonntag, 30. April 2017

Bei IKEA

Das Wetter ist miserabel. Ununterbrochener Dauerregen. Man ist zuhause eingesperrt. Man muss froh sein, wenn man keinen Schnee zu Gesicht bekommt. Mein Mann und ich sitzen in der Küche und starren gedankenverloren aus dem Fenster. "Wir könnten doch wieder einmal zu IKEA", sage ich in die Stille hinein. Er brummt nur. Das schwedische Möbelhaus ist ein Folterinstrument des Teufels. Speziell für Männer erdacht. Dessen ist er sich sicher. "Wenn wir jetzt fahren, sind wir rechtzeitig zurück, um Zwergnase vom Kindergarten abzuholen." Er blickt auf die Uhr und nickt. Was soll man auch sonst machen, wenn das Kind im Kindergarten ist. Er zieht sich an und will das Auto schon mal aus der Garage holen.

Sonntag, 23. April 2017

Segen und Fluch der modernen Medizin

Nach dem üblichen Geplauder über mein Befinden bittet mich die Ärztin zum Ultraschall. Das Gel lässt mich frösteln, doch nur kurz, dann wandert mein Blick auf den Bildschirm. Viel erkenne ich nicht. Je nachdem, wie die Ärztin den Ultraschallkopf hält, mal ein Ärmchen oder ein Beinchen. Aber die meiste Zeit versucht sie den Kopf einzufangen. Es steht der große Organultraschall zur Mitte der Schwangerschaft an. Arbeiten die Organe richtig? Sind sie richtig ausgebildet? Haben sie die richtige Größe?

Sonntag, 9. April 2017

Spieglein, Spieglein

"Früher! Ja, früher! Da hatten die Kinder noch Respekt vor den Erwachsenen!"
"Bitte und Danke hört man sowieso nicht mehr!"
"Aber dafür sagen diese Rotznasen Sachen, für die hätten wir eine Watschn kassiert!"
"Und geschadet hat es uns auch nicht!"
"Jawohl!"

Bei solchen Dialogen muss ich immer schmunzeln und mich dann zusammennehmen, um meinen Senf für mich zu behalten. Denn Mama hat mir beigebracht, dass man nicht immer alles sagen muss, was man sich denkt. Und das Leben hat mir beigebracht, dass es manchmal nur Nerven kostet und keine Wirkung zeigt, wenn man was sagt. Aber so ganz kann ich mir meinen Kommentar ja nun doch nicht verkneifen.

Sonntag, 2. April 2017

Think big!

Die Wahrnehmung des eigenen Kindes ist naturgemäß etwas verzerrt. Es ist das klügste, das schönste und das geschickteste Kind und überhaupt der größte Goldschatz auf Erden. Ganz klar, dass man sich eine erfolgreiche Zukunft für den Nachwuchs vorstellt. Nun läuft zwar das Leben nicht immer so, wie man es gerne hätte und spätestens in der Pubertät wird sich herausstellen, inwiefern die Wünsche des Kindes sich von denen der Eltern unterscheiden, doch darüber mache ich mir in 10-15 Jahren Gedanken.

Sonntag, 26. März 2017

Das rote Gummibärchen

Zwergnase darf alles essen. Ob das Schokolade ist oder Butterkekse oder Pommes oder Leberkäse oder eine Wiener oder eine Laugenbreze oder im Moment isst er eine Schüssel mit Schlagsahne. Pur. Die hat er heute Nachmittag zum Obstkuchen kennengelernt. Kurz: Er darf alles essen, auch wenn das allgemein als ungesund gilt. Warum?

Sonntag, 19. März 2017

Do it yourself - Mach's dir doch selbst!

Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mit meinen Händen höchst ungeschickt bin. Am Ende kommt nie das Bild heraus, das ich im Kopf habe. Stattdessen kann man meine Erzeugnisse nicht von denen eines Kindergartenkindes unterscheiden. Handarbeit und Werken waren in der Grundschule für mich ein Graus und ich war froh, ab der 5. Klasse Sport als Wahlfach nehmen zu können. Zu meinem Leidwesen ist Do it yourself, kurz DIY, aber voll im Trend.

Sonntag, 12. März 2017

Lotta und ich

Alles begann mit einer Thermomix-Vorführung im Oktober. Eine Freundin brauchte noch etwas Publikum und für mich war es ein Samstagnachmittag außer Haus und ohne Kind, dafür mit etwas zu Essen. Eine so teure Küchenmaschine brauche ich natürlich nicht. Ich kann ja selbst kochen und das nach Aussage meines Mannes auch ziemlich lecker. Töpfe, Ofen und Schüsseln macht man bei den meisten Rezepten ohnehin zusätzlich dreckig. Es kommt nur noch ein Topf mit einem unpraktischen Messer am Boden dazu. Nein, nein. Einen Thermomix brauch ich sicher nicht!

Sonntag, 5. Februar 2017

Jawohl, Kommandant!

In der 11. Klasse sollten wir mal eine Schulaufgabe zum Thema "Wer die Sprache beherrscht, beherrscht Menschen" schreiben. Es sollte darin um das Spielen mit Wortbedeutungen oder um grammatikalische Finessen gehen. Wie Politiker mit den Erwartungen und Wünschen der Bürger spielen. Wie etwas gesagt wird, obwohl es gar nicht ausgesprochen wird. Als wenn es jahrelange Übung dazu bräuchte, Menschen manipulieren zu können. Als wenn es nur wenige Auserwählte wären, die die Massen beeinflussen könnten. Wie naiv ich war!

Sonntag, 29. Januar 2017

Der Dino in meinem Bett

"Wuagherrrahhhhggggaaawwwaaaaa!" Die Fensterscheiben zittern und das Wasser im Glas vibriert. "Der Tyrannosaurus hat Huuuuuuuuunger! Er will eine Kuhhhhh! Wuaghhhhhhhhaaaaarrrrrggggghhhh!" - "Da, nimm dir eine aus der Kiste, kleiner T-Rex, da sind genug drin!" Und dann schlägt der braungrüne T-Rex auch schon seine säbelartigen, mehrere Zentimeter langen Zähne ins Fleisch der Kuh und verputzt sie bis auf die letzte Sehne. Die Kuh ist und bleibt eben ein Nutztier, sie steht in der Nahrungskette eben eher weiter unten. Das hat selbst der kleine T-Rex Zwergnase schnell begriffen.

Sonntag, 8. Januar 2017

Gutes neues Jahr 2017!

Auf einmal geht alles immer ganz schnell. Es ist Weihnachten und dann schwupps, Silvester und Neujahr. Letztes Jahr hatte ich genau einen Neujahrsvorsatz, nämlich abzunehmen. Und das hab ich vom 1.1.2016 weg durchgezogen. Dass ich das so erfolgreich war, lag sicher auch daran, dass alle andere Lebensbereiche einfach gut liefen. Es gab schon den ein oder anderen Rückschlag. Die hat schließlich jeder, aber am Ende stimmte die Grundrichtung eben immer noch. An Weihnachten saßen wir alle wie eh und je am Tisch und hatten einander und dazu ein aufregendes Jahr 2017 in Aussicht.